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Zwischen Resilienz und Assimilation
Das Slowenische Kulturzentrum Korotan lädt Sie in Zusammenarbeit mit der Botschaft der Republik Slowenien in Wien herzlich ein zum Vortrag „Zwischen Resilienz und Assimilation. Kärntner Sloweninnen und Slowenen zwischen 1945 und 1991“ von Dr. Marija Wakounig sowie zur Eröffnung der Ausstellung „Wenn Licht auf Form trifft“ von Karmen Bajec und Boštjan Novak.
- Wann
- Dienstag, 8. September 2026
19 Uhr - Wo
- SKC Korotan
Albertgasse 48, 1080 Wien
PartnerIn Zusammenarbeit mit der Botschaft der Republik Slowenien in Wien
Zur Veranstaltung
Im Rahmen des Vortrags wird das Forschungsprojekt „Zwischen Resilienz und Assimilation“ vorgestellt, das sich eingehend mit der Geschichte der Kärntner Sloweninnen und Slowenen von 1945 bis 1991 beschäftigt. Die beiden Jahreszahlen markieren einerseits das Ende des Zweiten Weltkriegs und den Beginn des verpflichtenden zweisprachigen Unterrichts im gemischtsprachigen Gebiet Südkärntens, der bis 1958/59 bestand, andererseits die staatliche Souveränität Sloweniens und den Beginn der zweisprachigen Volksschule außerhalb des gemischtsprachigen Gebiets.
Diese vier Jahrzehnte zählen trotz einzelner grundlegender Studien zu den am wenigsten erforschten Zeitabschnitten, obwohl sie Ereignisse umfassen, die zu den einschneidendsten der jüngeren Geschichte der Kärntner Sloweninnen und Slowenen innerhalb der Zweiten Österreichischen Republik gehören. Dies gilt auch für die Beziehungen zwischen der slowenischen Volksgruppe in Kärnten und ihrer „Mutterrepublik“, also der Republik Slowenien im damaligen Jugoslawien. Erwähnt seien hier nur der zweisprachige Unterricht und seine Abschaffung, Elternstreiks, der Österreichische Staatsvertrag mit Artikel 7 (1955), die Gründung des Slowenischen Gymnasiums in Klagenfurt, die Beziehungen zur Diözese Gurk-Klagenfurt (Synode 1972), der Ortstafelsturm 1972, die besondere Volkszählung von 1976 sowie der anhaltende Druck deutschnationaler Kreise bis 1991 – Ereignisse, die auch die bilateralen Beziehungen zwischen Österreich und Jugoslawien wesentlich beeinflussten. Das Projekt stützt sich auf bislang unerforschte (unveröffentlichte) Quellenbestände, Interviews im Rahmen der Oral History sowie empirische Daten. Es soll wesentlich dazu beitragen, die Frage zu klären, wie es dazu kommen konnte, dass die Zahl der Kärntner Sloweninnen und Slowenen gerade in jenen Jahrzehnten drastisch zurückging, in denen sie sich dank des Slowenischen Gymnasiums sozial von einer bäuerlich geprägten zu einer hochgebildeten ethnischen Gemeinschaft entwickelten. Lag der Grund in der mangelnden Wertschätzung der slowenischen Sprache? — Univ.-Prof. Mag. Dr. Marija Wakounig MAS
Die Ausstellung „Wenn Licht auf Form trifft“ vereint das malerische Werk von Karmen Bajec und die bildhauerischen Arbeiten von Boštjan Novak in einem Dialog zweier eigenständiger künstlerischer Positionen. Obwohl sie in unterschiedlichen Medien arbeiten, verbindet sie die Auseinandersetzung mit grundlegenden bildnerischen Elementen – Licht, Raum, Form und Wahrnehmung.
Karmen Bajec erforscht in ihrem neuesten Malereizyklus das Licht als eigenständiges malerisches Element. Ausgehend von ihren Erfahrungen während einer Künstlerresidenz in Paris stellt sie mediterranes und nordeuropäisches Licht einander gegenüber. Durch die Reduktion bildkonstituierender Elemente entwickelt sie subtile Farbfelder, in denen das Licht selbst zum Träger des Bildes wird.
Boštjan Novak entwickelt eine unverwechselbare bildhauerische Sprache der stilisierten Figuration mit abstraktem Ansatz. Seine Skulpturen gehen über die bloße Darstellung der Figur hinaus und schaffen durch bewusste Komposition, räumliche Beziehungen und die Rhythmisierung von Volumina vielschichtige räumliche Erzählungen.
Die gemeinsame Ausstellung eröffnet einen Dialog zwischen Malerei und Skulptur auf der Ebene grundlegender bildnerischer Fragestellungen. Bei Karmen Bajec wird Licht zu Raum, während Boštjan Novak Raum durch die abstrahierte Figur und eine reduzierte Form gestaltet. Ihre Arbeiten verbindet eine Haltung der Reduktion und Zurückhaltung sowie eine geschärfte Sensibilität für Wahrnehmung, die die Besucherinnen und Besucher zu einer langsamen Betrachtung und einer kontemplativen Erfahrung zeitgenössischer Kunst einlädt. — Olga Butinar Čeh, dipl. Prof. für Kunstgeschichte
Die Veranstaltung findet zweisprachig (Deutsch und Slowenisch) statt.
Mitwirkende
- Dr. Marija Wakounig
- Es stellen aus Karmen Bajec und Boštjan Novak
- Musik Ana Verdinek (Violine)
Ablauf
- 01Grußworte: Mag. Marko Štucin, Botschafter der Republik Slowenien
- 02Vortrag: Dr. Marija Wakounig, Zwischen Resilienz und Assimilation. Kärntner Sloweninnen und Slowenen zwischen 1945 und 1991
- 03Ausstellungseröffnung: Karmen Bajec und Boštjan Novak, Wenn Licht auf Form trifft
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